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Die nachfolgende Projektdarstellung beruht ausschließlich auf einer Selbstbeschreibung des Projekts und wird von diesem verantwortet. Für eventuelle Rückfragen und Hinweise stehen die ausgewiesenen Kontaktpartner zur Verfügung.

Dorfladen "von Bürgern für Bürger"

Nachhaltige Sicherung von Infrastruktur, Dienstleistungs-Angebot, Mobilität und Lebensqualität im ländlichen Raum für alle Generationen

Deutschland, Niedersachsen: Otersen (532 Einwohner)

Für den Dorfladen Otersen hat die 60-köpfige Bürgergesellschaft Geschäftsräume mit 150 qm Nutzfläche angebietet.

Für den Dorfladen Otersen hat die
60-köpfige Bürgergesellschaft
Geschäftsräume mit 150 qm
Nutzfläche angebietet.
(Copyright: Günter Lühning)


nach oben Handlungsfeld(er)

  • Demographischen Wandel gestalten
  • Mobilität sichern - Umwelt schonen
  • Sonstige

Erläuterungen:

Nahversorgung im ländlichen Raum durch Bürgerschaftliches Engagement nachhaltig erhalten und verbessern – Einkaufswege verkürzen – Umwelt schonen

nach oben Projektbeschreibung

Die Geschäftsräume wurden 2001 hell und freundlich gestaltet. Die Bürgergesellschaft investierte auch in einen neuen Backshop, einen Kühltresen für Käse, Fleisch- und Wurstwaren sowie neue Kühlmöbel für Molkerei- und Tiefkühl-Produkte.

Die Geschäftsräume wurden 2001 hell und freundlich gestaltet. Die Bürgergesellschaft investierte auch in einen neuen Backshop, einen Kühltresen für Käse, Fleisch- und Wurstwaren sowie neue Kühlmöbel für Molkerei- und Tiefkühl-Produkte.
(Copyright: Günter Lühning)

2004 wurde in Otersen von MdL Wilhelm Hogrefe, Minister Hans-Heinrich Ehlen, Klaus Karweik vom GLL Verden – Amt für Landentwicklung und von Dorfladen-Initiator Günter Lühning (von links) der Grundstein für das Niedersächsische Dorfladen-Netzwerk gelegt.

2004 wurde in Otersen von MdL Wilhelm Hogrefe, Minister Hans-Heinrich Ehlen, Klaus Karweik vom GLL Verden – Amt für Landentwicklung und von Dorfladen-Initiator Günter Lühning (von links) der Grundstein für das Niedersächsische Dorfladen-Netzwerk gelegt.
(Copyright: Günter Lühning)

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ist Schirmherr des Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerkes.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ist Schirmherr des Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerkes. "Wir versorgen unsere Dörfer" ist die Leitidee des Netzwerkes.
(Copyright: Günter Lühning)

Im Februar 2005 startete das Niedersächsiche Dorfladen-Netzwerk mit der Homepage www.dorfladen.net ins Internet. Mit 8.000 Anwender-Sitzungen jährlich hat sich diese Homepage zur Informations-Plattform für die Nahversorgung des ländlichen Raumes entwickelt und soll 2007 im Rahmen dieses Projektes erweitert werden.

Im Februar 2005 startete das Niedersächsiche Dorfladen-Netzwerk mit der Homepage www.dorfladen.net ins Internet. Mit 8.000 Anwender-Sitzungen jährlich hat sich diese Homepage zur Informations-Plattform für die Nahversorgung des ländlichen Raumes entwickelt und soll 2007 im Rahmen dieses Projektes erweitert werden.
(Copyright: Günter Lühning)

Der Initiator des Dorfladens

Der Initiator des Dorfladens "von Bürgern für Bürger" Günter Lühning hat bereits mehrere Vorträge auch für das Zentrum für ländliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen gehalten. Am 1.6.2006 vereinbarten Günter Lühning (Otersen), Dr. Michael Schaloske (ZeLE NRW), Michael Gutjahr (KOMM IN, Baden-Württemberg), Heinz Frey (DORV Jülich-Barmen), Bürgermeister Karl Haßlmeyer (gemeindeeigener Dorfladen in Franken) –von links- ein bundesweites Netzwerk Nahversorgung.
(Copyright: Günter Lühning)

Die Dorfladen-Bürgergesellschaft in Otersen beschäftigt 5 Mitarbeiterinnen (Foto). Geschäftsführerin Edith Pape (rechts) und ihre Kolleginnen versorgen die Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs, mit Service- und Dienstleistungen. 2.000 Artikel werden im Dorfladen Otersen auf 150 qm Ladenfläche angeboten.

Die Dorfladen-Bürgergesellschaft in Otersen beschäftigt 5 Mitarbeiterinnen (Foto). Geschäftsführerin Edith Pape (rechts) und ihre Kolleginnen versorgen die Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs, mit Service- und Dienstleistungen. 2.000 Artikel werden im Dorfladen Otersen auf 150 qm Ladenfläche angeboten.
(Copyright: Günter Lühning)

1. Projektziele


  • Der ländliche Raum soll trotz des demographischen Wandels "lebenswert" bleiben.
  • Der drohenden Entwicklung zu Überalterung und "sterbenden Dörfern" soll durch Bürgerschaftliches Engagement entgegen gewirkt werden.

2. Ausgangssituation


2.1. bundesweit


Verbraucherschützer: 8 Millionen Menschen sind "unterversorgt"


Bis zu acht Millionen Menschen sind laut Verbraucherzentrale bundesweit "unterversorgt", weil sie kein Geschäft im Umkreis von einem Kilometer haben. Für ältere, Menschen mit Behinderungen oder kleinem Einkommen bedeute das: "Wer nicht fahren kann, hat Pech."

Deutschlandweit hat der Einkaufsverkehr ein überdurchschnittliches Wachstum erfahren.

Über 440 Mio. Kilometer täglich für Einkaufsfahrten


Die zurückgelegten Personenkilometer je Tag zu Einkaufszwecken sind von 219 Mio. km am Tag (1982) auf 444 Mio. km am Tag (2002) gestiegen. Dieser Wegegrund hat damit die stärksten Zuwächse erfahren. Das Auto hat für Zwecke des Einkaufens einen Anteil von 60 % an der Verkehrsleistung.
(Quelle: Studie IÖW für den Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.)

2.2. in Otersen, Landkreis Verden, mitten in Niedersachsen


  • 1960 versorgten drei Geschäfte die 500 Einwohner in Otersen.
  • 1965 wurde die Volksschule in Otersen geschlossen und die Jungen und Mädchen wurden mit Bussen ins 8 Kilometer entfernte Luttum gefahren.
  • 1972 wurde aus der bis dahin eigenständigen Gemeinde Otersen durch die Gebietsreform in Niedersachsen eine von insgesamt 17 Ortschaften der neuen Gemeinde Kirchlinteln mit heute 10.500 Einwohnern.
  • 1970 wurde das erste Lebensmittelgeschäft geschlossen
  • 1986 wurde beim zweiten Geschäft letztmalig die Ladentür geschlossen.
  • Von 1967 bis 1980 sank die Zahl der Einwohner von 531 auf 426 Einwohner. Im 1970 eröffneten Kinderspielkreis des Dorfes sank die Zahl der Kinder von 30 auf 9 … die Schließung drohte, konnte aber verhindert werden.
  • Zum 31.3.2001 war die Geschäftsaufgabe des letzten und größten Lebensmittelgeschäftes mit Bäckerei in Otersen aus Altersgründen und mangels Nachfolge angekündigt worden.
  • Die Bürgerinnen und Bürger in Otersen hatten nun die Wahl: "Fügen wir uns in unser Schicksal und fahren 8 km zum Brötchen holen und 15 km zum nächsten Supermarkt?" oder "Nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand und organisieren wir unseren eigenen Dorfladen?"
  • Am 6.12.2000 war es dann soweit: Nach mehrmonatiger Vorbereitung und Konzept-Erstellung sowie mehreren Bürgerversammlungen wurde am 6. Dezember von über 60 Bürgern die "Use lüttje Dörpslaoden" GbR mbH gegründet. Über 100.000 DM Eigenkapital investierten die Bürger in ihre Dorfladen GbR mbH und damit in die eigene Zukunft und Lebensqualität in ihrem Wohnort Otersen. Die "Unser kleiner Dorfladen"-Bürgergesellschaft in der Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit beschränkter Haftung schloss den Mietvertrag für das 150 qm große Ladengeschäft, beschäftigt heute 5 Frauen aus dem Ort, schloss entsprechende Lieferverträge und nahm im März 2001 den Umbau und die Modernisierung des Ladengeschäftes vor. Am 31. März 2001 schloss die 69-jährige Witwe Irene Schlüter ihr "Edeka kompakt"-Geschäft.
  • Am 1. April 2001 eröffnete die Bürgergesellschaft den "Dorfladen Otersen - von Bürgern für Bürger".
  • 2003 besuchte der Nieders. Ministerpräsident Christian Wulff den Dorfladen.
  • Im April 2004 wurde in Otersen von Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, MdL Wilhelm Hogrefe, Klaus Karweik vom GLL Verden - Amt für Landentwicklung auf Initiative von Günter Lühning das Niedersächsische Dorfladen-Netzwerk gegründet. Ministerpräsident Christian Wulff übernahm die Schirmherrschaft.
  • Im Februar 2005 startete das Nieders. Dorfladen-Netzwerk mit der neuen Homepage www.dorfladen.net ins Internet. Mit jährlich über 8.000 Anwender-Sitzungen ist www.dorfladen.net inzwischen zu einer gut genutzten Informations-Plattform für die Nahversorgung im ländlichen Raum geworden.
  • Nach "roten Zahlen" in den ersten Jahren schafft der Dorfladen Otersen seit 2004 ausgeglichene Betriebsergebnisse: Bei 300.000 € Jahresumsatz wurde 2004, 2005 und 2006 ein positives Betriebsergebnis von rund 2.000 € ausgewiesen. Aus-kömmlichkeit statt Gewinnmaximierung ist das Ziel der Bürgergesellschaft. Für die Dorfladen-Anteilseigner gibt es Lebensqualität statt Dividende.
  • Am 1.4.2006 wurde der "5. Dorfladen-Geburtstag" gefeiert und der Mietvertrag für weitere 5 Jahre verlängert.

Die früher gestellte Frage, ob sich Otersen auf dem Weg zum Schlafdorf oder gar auf dem Weg zum sterbenden Dorf befindet, konnte 2006 aufgrund
  • der Dorferneuerung in den 1990er Jahren,
  • engagierter Vereine und ausgeprägtem Bürger-Engagement,
  • der Ausweisung eines neuen Wohngebietes mit 20 Bauplätzen,
  • der Unterstützung durch Gemeinde Kirchlinteln und der EU Zuschüsse),
  • der Unterstützung durch das Amt für Landentwicklung Verden und das Land Niedersachsen
mit einem klaren "Nein!" beantwortet werden.
Allein von 2000 bis 2005 stieg die Einwohnerzahl von 484 auf 532 Einwohner an. Unser kleines Dorf hat sich durch den Kindergarten, den Dorfladen, vielfältige Angebote der Oterser Vereine mit über 600 Mitgliedern und durch Bürger-Engagement seine Zukunftsfähigkeit erhalten.
  • "Gemeinsam in Otersen" ist zum Leitbild für Otersen geworden - oder detaillierter ausgedrückt: "Wir müssen die Probleme des ländlichen Raumes als Herausforderungen annehmen, als Chancen begreifen, gemeinsam Lösungen entwickeln und nachhaltig realisieren".
  • Im März 2006 wurde Otersen Kreissieger beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im Landkreis Verden, im September 2006 qualifizierte sich Otersen auf Bezirksebene für den Landeswettbewerb 2007 mit insgesamt 18 Dörfern aus ganz Niedersachsen.
  • Im Oktober 2006 strahlte der ZDF-Länderspiegel einen Fernsehbericht über den Dorfladen Otersen aus und die Frankfurter Rundschau veröffentlichte eine Reportage "Landflucht ade - Das niedersächsische Otersen wehrt sich erfolgreich gegen die Landflucht".

3. Zukunftspläne:


Der Dorfladen Otersen "von Bürgern für Bürger" ist zum Modellprojekt für den ländlichen Raum geworden. Aus dem "Lebensmittel-Markt" ist ein "Lebens-Mittelpunkt" für das Dorf geworden, der neben der Nahversorgung mit Service und Dienstleistungen weitere Betriebszweige hat. Das Modell-Projekt "Dorfladen von Bürgern für Bürger" versteht sich auch als "Labor", in dem neue Wege und neue Angebote ausprobiert werden. Die im Dorfladen-"Labor" gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sollen dem ländlichen Raum insgesamt zugänglich gemacht werden.

Erweitert wurde der Dorfladen bereits um zwei Bestell-Agenturen für die beiden großen Versandhäuser Quelle und Otto, einen Party-Service, einen Hermes-Paketshop, die Toto-Lotto-Agentur, die Annahmestelle für eine Wäscherei und Reinigung, das Radler-Stehcafé, die Tourist-Infothek und einen Service-Point für Rad-Touristen.

Geplant ist die Erweiterung um ein Dorf-Café mit Internet für alle Generationen und eine Mitfahrer-Zentrale. Damit soll die Kommunikation im Dorf verbessert werden und die Mobilität im ländlichen Raum erhalten bleiben.

Mit Akteuren aus Nordrhein-Westfalen (DORV in Jülich-Barmen), Baden-Württemberg (KOMM-IN), Bayern und Schleswig-Holstein (MarktTreff) wird ein bundesweites Netzwerk Nahversorgung und Dienstleistungen im ländlichen Raum angestrebt. Die Homepage www.dorfladen.net soll dabei auch zu einer bundesweiten Informations-Plattform für interessierte Bürger und Gemeinden im ländlichen Raum werden.

Zahlreiche Besuchergruppen haben sich im Dorfladen Otersen informiert. Günter Lühning aus Otersen hat bereits zahlreiche Vorträge in Westfalen, in Friesland, in Stade und im Sauerland gehalten. Der Dorfladen Otersen hat an der Nahversorgungs-Studie der IHK Stade mitgewirkt. 2007 soll ein Handbuch bzw. eine Fibel veröffentlicht werden. Auf diese Weise sollen das umfassende Dorfladen-Konzept, der detaillierte Erfahrungs-bericht, eine Stärken-Schwächen-Analyse, betriebswirtschaftliche Eckdaten und Empfehlungen für interessierte Bürgergesellschaften und Kommunen im ländlichen Raum zugänglich gemacht werden. "Wir wollen unser Wissen nicht für uns behalten, sondern interessierten Bürgern und Gemeinden im ländlichen Raum zugänglich machen", so Günter Lühning. Eine aktualisierte Fassung des Handbuches soll es künftig auf dem Medium CD geben. Ausserdem erfolgt eine Veröffentlichung im Internet.

Bei der Erstellung von Handbuch, CD und der erweiterten Internet-Präsentation und dem Aufbau einer Datenbank wird der Dorfladen Otersen mit dem
  • Amt für Landentwicklung in Verden (Dipl.-Ing. Klaus Karweik)
  • mit Betriebswirt und Webdesigner Nils Heise (DotinCom GmbH) und
  • weiteren Akteuren
kooperieren.

Alle Abbildungen zu diesem Beitrag



nach oben Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit

  • Die Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum soll sich verbessern, nach dem Vorbild des Dorfladens Otersen
  • Zu bürgerschaftlichem, ehrenamtlichen Engagement in anderen Dörfern wollen wir motivieren und
  • die Nahversorgung nachhaltig durch Kooperationen im ländlichen Raum sichern. (Kontinuierliche Erweiterung des Dorfladen-Netzwerkes)
  • Verbesserungen insbesondere für die immobile Bevölkerung in den Dörfern sind das Ziel, also für die Senioren, Kinder und Jugendlichen sowie die sozial schwächeren Bürger, die besonders unter dem Rückzug von Geschäften, Versorgern und Dienstleistern (Lebensmittelgeschäft, Post, Bank etc.) aus den Dörfern zu leiden haben und deren Mobilität durch die Reduzierung der ÖPNV-Angebote (z.B. Busse) eingeschränkt wird.
  • Ziel ist auch eine Ressourcen- und Umwelt-Schonung: Durch Erhalt der Nahversorgung im ländlichen Raum können weite Wege zu den Einkaufsmärkten in den Städten vermieden werden. Im Ergebnis würde dadurch auch ein Beitrag zur Verminderung von CO2-Emissionen und zur Nachhaltigkeit geleistet. Durch die deutliche Verschlechterung der Nahversorgung im ländlichen Raum hat sich der "Einkaufsverkehr" lt. IÖW-Studie von 219 Mio. km täglich in 1982 in nur 20 Jahren auf 444 Mio. km (täglich!) verdoppelt!

Diese Entwicklung muss im Interesse
  • der Infrastruktur im ländlichen Raum
  • der Umwelt und
  • der Nachhaltigkeit
gestoppt werden.


nach oben Zeit- und Arbeitsplan


nach oben Stand der Arbeiten

Im März 2007 wurde das bundesweite Netzwerk Nahversorgung mit 16 Dörfläden "von Bürgern für Bürger" und ähnliche Institutionen in sechs Bundesländern aufgebaut.

Auf der Homepage www.dorfladen.net wurde für das bundesweite Netzwerk Nahversorgung eine eigene Internetseite aufgebaut mit Links zu allen Dörfläden "von Bürgern für Bürger".

Für das in Otersen gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen im April 2005 gegründete Dorfladen-Netzwerk schrieb Pastor Stephan Wichert von Holten, Bundesvorsitzender des Ausschusses der Dienste auf dem Lande der Evangelischen Kirche in Deutschland (ADL der EKD) einen Aufsatz. Stephan Wichert von Holten "dankt den Menschen in unseren Dörfern die sich etwas trauen" und bezeichnet Dorfläden als eine "fröhliche Zumutung, das Jammern und das defizitäre Leben auf dem Dorf mit Hoffnung und positiver Erfahrung zu überwinden". Der Aufsatz von Herrn Wichert von Holten wurde bei www.dorfladen.net veröffentlicht.

Das Dorf Otersen hatte sich für die Teilnahme am 22. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" qualifiziert. Daher wurde im Sommer 2007 ein Dorfentwicklungskonzept zur Fortschreibung des Dorferneuerungsplanes aus den 1990er Jahren aufgestellt. Dieser dient auch als Modell für den ländlichen Raum insgesamt.
In diesem Dorfentwicklungskonzept wurde als wesentliches Projekt die Erweiterung des Dorfladen Otersen "von Bürgern für Bürger" festgeschrieben. Ausserdem ist es gelungen, im Entwurf des Regionalen Entwicklungskonzepts (REK) für die Region / den Kooperationsraum Aller-Leine-Tal zwischen Verden und Celle in Niedersachsen das Projekt "Dorfladen – von Bürgern für Bürger" als Leitprojekt unter dem Titel "Attraktives Leben auf dem Lande – Versorgung, Arbeit u. Gewerbe" zu verankern.

In diesem REK (1. Entwurf) ist festgeschrieben:


Ein weiteres Kriterium bei Wohnstandortwahl ist die Versorgung mit Waren, Dienstleistungen und medizinischen Einrichtungen. Deshalb muss diese in den zentralen Orten und in den größeren Ortschaften des Aller-Leine-Tals sicher gestellt sein, und ergänzend müssen neue Versorgungsangebote geschaffen werden. Einen hervorragenden Ansatzpunkt hierfür bildet der Dorfladen in Otersen, der nicht nur eine Versorgungsfunktion hat, sondern auch der Sitz des niedersächsischen Dorfladen-Netzwerks und des bundesweiten Netzwerks Nahversorgung ist und somit eine regionale und überregionale Multiplikatorenfunktion einnimmt.
Bei der Auswahl von Projekten kommen folgende Kriterien zum Tragen:
1. Das Projekt schafft neue Versorgungsmöglichkeiten oder ergänzt durch innovative Ansätze die Versorgung im Aller-Leine-Tal.
2. Das Projekt schafft günstige Voraussetzungen für Unternehmensansiedlungen bzw. leistet einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Leitprojekt: Dorfladen Otersen, Erweiterung

Anlass:
Der Dorfladen in Otersen sichert die Grundversorgung und stellt einen sozialen Treffpunkt im Aller-Leine-Tal dar. Er hat einen Verkaufsbereich für Lebensmittel, eine Bäckerei und einen Getränkehandel sowie ein Radler-Café mit Service-Point für Radler und eine Tourist Infothek. Zudem bietet er Dienstleistungen an, u. a. Toto-Lotto, Hermes-Paketshop und Catering/Partyservice. Der Dorfladen wird von Bürgern für Bürger geführt.
Inhalt:
In Zukunft soll die soziokulturelle Funktion des Dorfladens Otersen weiter ausgebaut werden. Bausteine des Projekts sind z. Bsp.:
  • Generationswerkstatt
  • Internet-Büro und Nutzung der PC zur örtlichen Schülerhilfe
  • Dokumentation und Auswertung der Erkenntnisse und Ergebnisse als Vorbild für andere Regionen
Bewertung anhand der Auswahlkriterien:
Erfüllt besonders das 1. Kriterium
Projektbeteiligte:
(Samt-)Gemeinden (Träger), Dorfladen Otersen, Niedersächsisches Dorfladen-Netzwerk/Bundesweites Netzwerk Nahversorgung
Finanzierung (Zuordnung ELER/EFRE/ESF): wird ergänzt
Zeitplan: 2008-2009

abgeschlossen


  • Dorfladen-Konzeption
  • Bürger-Befragung - "Bürger-Echo"
  • Gründung Niedersächsisches Dorfladen-Netzwerk (Etablierung der Keimzelle)
  • Erstellung einer Internet-Homepage www.dorfladen.net
  • Einführung Tourist-Infothek im Dorfladen Otersen
  • Einführung Radler-Café und Service-Point für Radler im Dorfladen Otersen
  • Einführung Otto-Bestellagentur im Dorfladen Otersen
  • Einführung Hermes-Paketshop im Dorfladen Otersen
  • Einführung private Poststelle - in Kooperation mit Sprinter-Brief Verden
  • Einführung Markttage u. Kooperation mit landw. Direktvermarkter
  • Erhebung der Kunden-Zufriedenheit, Nutzbarmachung für Dritte
  • Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes "Nahversorgung im ländlichen Raum"
  • Vortrag vor "Landforum", einem Zusammenschluss von Dorferneuerungsplanern und Hauptverwaltungsbeamten (Multiplikatoren-Veranstaltung)
  • Präsentation des Dorfladen-Konzeptes und des Erfahrungsberichtes 2001-2006 vor der Bewertungskommission des 22. Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft", Niedersachsen (Multiplikatoren-Veranstaltung)
  • Vereinbarung einer Vortragsveranstaltung im Amtshof Eicklingen, dem Kompetenzzentrum im ländlichen Raum (Eicklingen, Landkreis Celle) als Auftakt für einen Dorferneuerungsprozess. Der Vortrag wurde im Sommer 2007 gehalten.

laufend


  • Fortschreibung der Dorfladen-Konzeption
  • Betriebswirtschaftlicher Vergleich der Dorfläden mit Branchen-Vergleich
  • Erstellung eines Stärken- u. Schwächen-Profils
  • Formulierung von Handlungsempfehlungen zur Nachhaltigkeit
  • Erweiterung des Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerkes
  • Erweiterung www.dorfladen.net und Einbindung weiterer Dorfläden
  • Dokumentation und Nutzbarmachung der Ergebnisse für Dritte

in Vorbereitung


  • Erweiterung Dorfladen Otersen um Multifunktionsraum
  • Ausstattung neuer Multifunktionsraum mit neuen Medien
  • Einrichtung Senioren-Treff, Jugend-Internet-Treff, Frauen-Treff
  • Einrichtung dörfliche Schülerhilfe mit PC, DSL-Internet und Lern-Software
  • Einrichtung öffentlicher Internet-Anschluss (Info, Kommunikation, Bestellen)
  • Neueinrichtungen 10-14 und 18-20 im Labor, Controlling d. Nachhaltigkeit
  • 10-14, 18-20 auf Modellhaftigkeit und Vorbildfunktion für andere prüfen
  • Einrichtung einer Mitfahrer-Zentrale im Dorfladen, um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern bzw. zu sichern. Hintergrund: Die ÖPNV-Busverbindungen sollen in unseren Dörfern reduziert werden.
  • Erstellung eines Handbuches / einer Fibel "Nahversorgung mit Waren und Dienstleistungen und Erhalt der Mobilität im ländlichen Raum" als: Handbuch / Fibel; auf CD (stets aktualisierte Fassung); im Internet (Erweiterung www.dorfladen.net)

Günter Lühning, Otersen


nach oben Zielgruppe

  • Politik / Öffentliche Hand
  • Einzelhandel
  • Sonstige

Erläuterungen:

Einwohner aller Generationen im ländlichen Raum

nach obenGenderaspekt

nein

nach oben Finanzierung

  • Bürger initiieren Nachhaltigkeit
  • EU-Mittel
  • Private Mittel
  • Eigenleistung
  • Kommunale Mittel

Erläuterungen:

Über 60 EinwohnerInnen aus Otersen haben rd. 60.000 € Eigenkapital in die Dorfladen-Bürgergesellschaft investiert und erhalten sich auf diese Weise "ihren" Dorfladen "von Bürgern für Bürger" als letzte stationäre Einkaufsstätte und Dienstleister vor Ort.

nach oben Projektträger und Projektbeteiligte

Projektträger

  • Dorfladen Otersen "von Bürgern für Bürger" - GbRmbH

Projektbeteiligte

  • Niedersächsisches Dorfladen-Netzwerk
  • GLL – Amt für Landentwicklung Verden, Herr Klaus Karweik
  • Betriebswirt und Webdesigner Nils Heise (DotinCom GmbH)


nach oben Laufzeit

Laufend seit: Dorfladen "von Bürgern für Bürger – seit 4/2001
Nieders. Dorfladen-Netzwerk – seit 4/2004

Voraussichtliches Projektende: Dezember 2007

Erläuterungen:

Durch die Bundesaktion „Bürger initiieren Nachhaltigkeit“ (BIN) wird die Erstellung des Handbuches mit CD etc. gefördert. Dieses Handbuch mit dem Konzept und dem Erfahrungsbericht soll bis spätestens Januar 2008 fertiggestellt und im Rahmen der Intern. Grünen Woche Ende Januar in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Präsentation des Handbuches soll auf dem Messestand des Bundeslandes Niedersachsen erfolgen. Das Dorf Otersen wird als Niedersächsischer Landessieger im Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" das Bundesland Niedersachsen am 24.1.2008 in Berlin vertreten. Akteure der Dorfladen Bürger-GbRmbH werden dann in Berlin präsent sein und das Handbuch vorstellen.

nach oben Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation

  • Presse-Veröffentlichungen in
    • regional: Verdener-Aller-Zeitung, Verdener Nachrichten (laufend)
    • überregional:
      Frankfurter Rundschau (30.10.2006) "Notizen aus der Provinz: Das niedersächsische Otersen wehrt sich erfolgreich gegen die Landflucht – Eine Ortsbesichtigung der Frankfurter Rundschau" – Reportage
      http://www.otersen.de/data2/images/DL_FrankfurterRundschau_30102006.pdf und
      Niederelbe-Zeitung / Cuxhavener Allgemeine (10/2006) "Zukunftsmodell: Ein Dorfladen von Bürgern für Bürger" / Bericht und Interview
  • www.dorfladen24.de
  • www.dorfladen.net
  • Fernsehen: ZDF-Länderspiegel (28.10.2006)

nach oben Ansprechpartner

Projektebene / Trägerorganisation

Initiator / Aufsichtsrat bzw. Sprecher
Herr  Günter Lühning
Dorfladen Otersen "von Bürgern für Bürger" GbRmbH und Niedersächsisches Dorfladen-Netzwerk (Schirmherr: MP Christian Wulff)
Fährstraße 4
27308 Kirchlinteln-Otersen
Telefon: 04238-1762 (privat), 04238-943750 (Dorfladen), 0172-8044830 (Mobil)
Telefax: 04238-943752 (Dorfladen)
E-mail: dorfladen@otersen.de, info@dorfladen.net
WWW: www.dorfladen24.de

WWW: www.dorfladen.net

WWW: www.otersen.de

nach oben Stand der Information

22.08.2007