Die nachfolgende Projektdarstellung beruht ausschließlich auf einer Selbstbeschreibung des Projekts und wird von diesem verantwortet. Für eventuelle Rückfragen und Hinweise stehen die ausgewiesenen Kontaktpartner zur Verfügung.
MOBIL in europäischen Quartieren
Nachhaltige Mobilitätsentwicklung und Stärkung des LA 21-Prozesses in den Ländern der EU sowie Aufbau von internationalen Kooperationen mit Partnern aus Mittel- und Osteuropa
Deutschland, Berlin (ca. 3,4 Mio. Einwohner)
- Handlungsfeld(er)
- Projektbeschreibung
- Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
- Zeit- und Arbeitsplan
- Stand der Arbeiten
- Zielgruppe
- Genderaspekt
- Finanzierung
- Projektträger / Projektbeteiligte
- Laufzeit
- Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
- Ansprechpartner
- Stand der Information
- Flächeninanspruchnahme vermindern
- Mobilität sichern - Umwelt schonen

Bahngelände
(Copyright:
R. Lesisz)

Potsdamer Platz
(Copyright:
R. Lesisz)

Fahrradsternfahrt
(Copyright:
R. Lesisz)

Fahrradweg

Strassenbahn


Prag, Historie trifft Moderne
(Copyright:
Bernd Szczepanski)

Prag, Besprechung im Büro für Umweltpolitik
(Copyright:
Bernd Szczepanski)

Kosice, Stadtrundgang mit Architekturstudenten
(Copyright:
Bernd Szczepanski)

Kosice, Logos für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt
(Copyright:
Bernd Szczepanski)

Kosice, Kulturbüro, Bewerbung zur Kulturhauptstadt
(Copyright:
Bernd Szczepanski)

Kosice, Bürgermeister Knapik erhält Berliner Agenda-Broschüre
(Copyright:
Bernd Szczepanski)
Kosice, Besucher-Team aus Berlin und Prag
(Copyright:
Bernd Szczepanski)
Ausgangssituation, angestrebte Kooperationen und eigene CEE-Erfahrungen
Auch die CEE-Staaten (Central and Eastern Europe) haben unter Bezugnahme auf den "Erdgipfel" 1992 in Rio de Janeiro Strategien für eine nachhaltige Entwicklung erarbeitet und Nationale Komitees für nachhaltige Entwicklung eingerichtet. Obwohl inzwischen ca. 100 Gemeinden aus Mittel- und Osteuropa durch Unterzeichnung der Charta von Aalborg ihre Absicht erklärt haben, nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen, ergeben sich häufig Schwierigkeiten für Initiativen sowie Nachhaltigkeitsakteure durch die Vielzahl der "akuten" und "sofort zu lösenden" Probleme. Es erscheint uns deshalb umso wichtiger, Nachhaltigkeitsprozesse in CEE-Staaten durch die Entwicklung und Förderung von Kooperationen zu unterstützen. Die Akteure sollen voneinander lernen und Erfahrungen austauschen, um Fehler zu vermeiden und auf erfolgreichen Strategien aufbauen zu können.
Dabei geht es vor allem um die Unterstützung von Agenda 21- und Partizipationsprozessen sowohl in Berlin wie auch in Mittel- und Osteuropa insbesondere auf dem Gebiet nachhaltiger Verkehrsentwicklung, die im Kontext von Flächenverbrauchsbegrenzung und Regionalentwicklung steht.
Bürgernahe Mobilitäts- und Verkehrsplanung ist nicht nur ein Mittel, die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs zum Zwecke der Vermeidung von Umweltschäden und Unfallopfern zu erreichen, sondern auch ein eigenständiges Ziel zur Förderung der Partizipation von Bürgern an Entscheidungsprozessen. Aufwertung und Mischnutzung von Stadtquartieren, Stärkung der Intermodalität und die Beachtung der besonderen Bedürfnisse von Frauen in Verkehrsplanungsprozessen sind weitere wesentliche Aufgaben.
Die Nähe Berlins zu den neuen EU-Partnern in Mittel- und Osteuropa und die Weiterentwicklung der Stadt zu einer Ost-West Drehscheibe erfordern auch die intensivere Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Aspekten nachhaltiger Entwicklung und eine konkrete Ausgestaltung von Konzepten und Kooperationen. Die anstehenden Herausforderungen sind nur gemeinsam zu lösen, also in einem Partizipationsprozess von Verwaltung, Verbänden, Initiativen und Agenda-Akteuren in Berlin sowie den Verwaltungen und der Zivilgesellschaft in den Ballungszentren Mittel- und Osteuropas.
Seit ca. 3 Jahren (Herbst 2003) arbeiten wir eng mit
dem Agendabüro der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin ("Agendafragen"),
der Abteilung Verkehr der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin ("Verkehrsfragen")
und der Senatskanzlei Berlin ("CEE- Partnerschaften") zusammen. Mobilocal 21 ist ein Leitprojekt der Berliner Lokalen Agenda 21.
Weiterhin finden die Kenntnisse unserer Partner aus den CEE-Staaten und die intensive Einbeziehung ihrer Erfahrungen besondere Berücksichtigung. An dieser Stelle sei vor allem das Institut für Umweltpolitik in Prag genannt mit vielfältigen Projekten zu Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung, Lokale Agenda 21 und Bürgerbeteiligung. In Kooperation mit dem Stadtbezirk Prag 7 und dem Institut für Umweltpolitik hat mobilocal21 im Oktober 2004 im Rahmen eines geförderten Projektes (Projektagentur "Zukunftsfähiges Berlin", Institut für Zukunftsforschung und Technologiebewertung) eine Zukunftswerkstatt zur Umgestaltung eines Stadtplatzes in Prag durchgeführt.
Ziele
- Intensivierung und Verstetigung der Zusammenarbeit und Vernetzung von Akteuren in Berlin und den CEE-Staaten;
- Entwicklung neuer Kooperationen sowie Perspektiverweiterung für die bestehenden Kooperationen;
- Generierung konkreter Partnerschaftsprojekte zur Verbesserung der Lebensqualität in Berlin und den CEE-Städten (Mobilität, Flächennutzung und Regionalentwicklung);
- Erarbeitung und Anwendung eines "Mini-Audits";
- Thematisch orientierte Dokumentation von Beispielen guter Praxis zur nachhaltigen Mobilität in Stadtquartieren;
- Förderung und Implementierung einer nachhaltigen (Mobilitäts-)Entwicklung und der Lokalen Agenda 21 im städtischen Raum.
Inhalte
Das Projekt gliedert sich in drei Teilbereiche (a-c):
a. Einrichtung einer Projektbörse, Organisation und Durchführung mit Partnern aus Verwaltung und Wirtschaft sowie Mitgliedern von Agenda-21-Initiativen und -Vereinen aus Berlin und den CEE-Städten;
Im Vorfeld: Kontaktbesuche in Budapest, Prag, Kosice sowie Wroclaw zur Organisation einer vorbereitenden Tagung mit CEE- und bundesdeutschen Partnern und
Netzwerkarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema "Nachhaltige Stadtentwicklung" (Mobilität, Flächennutzung und Regionalentwicklung) mit Bezug auf mögliche Kooperationen zwischen Partnern in Berlin sowie in Ländern Mittel- und Osteuropas. Vermittlung von Projektpartnerschaften für Agenda-21-Akteure, die in ihren jeweiligen Ländern zu Mobilität, Flächennutzung, Regionalentwicklung und Bürgerbeteiligung arbeiten;
Im Herbst 2005 führte mobilocal21 bereits eine erste Partnerschaftsbörse in Berlin mit internationalen Partnern durch, gefördert mit Projektmitteln vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Projektagentur "Zukunftsfähiges Berlin". Im Februar 2006 konnten wir diese Aktivität erfolgreich abschließen.
Im vorliegenden Projekt geht es um Weiterentwicklung und Verstetigung einer Projektbörse sowie um eine Erweiterung um die Bausteine "Mini-Audit" und "Mobilität im Quartier" (siehe b und c). Die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft stellt einen wichtigen Bestandteil der Weiterentwicklung des Vorhabens dar.
Die Projektbörse bringt verschiedene potenzielle Projektpartner zusammen, ist gleichzeitig aber auch Workshop für Multiplikatoren, die im Kontext der Lokalen Agenda 21, einer nachhaltigen Stadtentwicklung sowie in CEE-Projekten arbeiten. Neben dem fachlichen ermöglicht die Veranstaltung auch den persönlichen Austausch als eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Kooperationen.
Ein wichtiger Programmteil der Börse wird auch die Frage nach der Finanzierung gemeinsamer Projekte sein. Zielstellung dabei ist es, nicht nur die inhaltliche Kompatibilität von Projektideen abzugleichen, sondern auch gleichzeitig eine realisierbare Finanzierungsstrategie zu erarbeiten. Dazu kooperieren wir eng mit der Beratungsagentur eufund in Berlin, die sich auf die Beantragung von EU-Fördermitteln spezialisiert hat.
Zielstellung der Projektbörse ist die verbindliche Vereinbarung konkreter Kooperationen und erster Handlungsschritte zwischen den Akteuren. Bei Bedarf wird dieser Prozess von uns begleitet bzw. moderiert.
b. Erarbeitung eines "Mini-Audits" zu nachhaltiger Mobilität, aufbauend auf den Berliner Nachhaltigkeitsindex ("B-NAX");
Unter "Mini-Audits" sind kurz gefasste Übersichten mit charakteristischen Kennzahlen zu ausgewählten Themen einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu verstehen. Um eine möglichst effiziente Grundlage zu erzielen, konzentrieren wir uns auf Mobilität/Verkehr. "Mini-Audits" sollen eine erste Einschätzung zur Nachhaltigkeit in der Stadt und vor allem die Vergleichsmöglichkeit zu anderen Städten erlauben sowie die Möglichkeit der Evaluierung schaffen. Außerdem und entscheidend für die weitere Zusammenarbeit ist die Tatsache, dass auf Grundlage der erarbeiteten Kenndaten und Indikatoren verbindliche Handlungsempfehlungen, konkrete Projektideen und Vorschläge zu Kooperationen abgeleitet werden können.
Im Rahmen des Projekts erarbeiten wir auf der Grundlage des Berliner Nachhaltigkeitsindexes (B-NAX) ein "Mini-Audit", das wir in Berlin, Prag, Wroclaw und Kosice umsetzen und evaluieren.
Die Ergebnisse "Mini-Audit" Mobilität/Verkehr in Berlin, Prag, Wroclaw und Kosice stellen wir auf der Partnerschaftsbörse vor und diskutieren sie mit unseren Projektpartnern aus der Tschechischen Republik, Polen, der Slowakei und weiteren CEE-Staaten. "Mini-Audits" erleichtern auch für zukünftige Partner den Einstieg in ein Kooperationsprojekt, weil auf diese Weise mit relativ geringem Aufwand ein erster Ist-Zustand im Bereich Nachhaltigkeit und somit auch der Handlungsbedarf formuliert werden kann. Sie sind nach unserer Einschätzung besonders für die Zusammenarbeit mit CEE-Städten geeignet, da dort oft noch keine konkreten Nachhaltigkeitsprojekte initiiert worden sind.
c. Mobilität im Quartier
Darstellung von Praxisbeispielen und Kooperationsprojekten (best practices) zum Themenschwerpunkt "Nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Stadtquartieren" zur Veranschaulichung der Teilbereiche a. und b. Das Thema "Mobilität" wird von uns als Schwerpunkt angesehen, weil Fragen von Flächenverbrauch, Raumnutzung und Regionalentwicklung oft "verkehrsbedingt" geprägt sind. Die Ergebnisse unserer Recherchen zur "Mobilität im Quartier" fassen wir in einem Leitfaden zusammen und stellen diesen den Projekt- und Kooperationspartnern als Handlungsempfehlung zur Verfügung.
Angestrebte Ergebnisse
Durch den Aufbau einer Projektbörse können auf europäischer Ebene Projekte der Lokalen Agenda 21 einfacher und transparenter auf den Weg gebracht werden, d.h. vor allem bei der Suche nach geeigneten Partnern können Agendaakteure (Verwaltung und NGO) auf die Arbeiten und Angebote des hier beschriebenen Projektes zurückgreifen. Durch die Bereitstellung der Ergebnisse von Mini-Audits wird eine inhaltliche Basis für die Entwicklung von internationalen Projekten gelegt. Dies fördert längerfristig Prozesse einer nachhaltiger Stadt- und Mobilitätsentwicklung sowie die Initiierung von Partizipationsprozessen in europäischen Stadtquartieren. Nach Abschluss des Projektes werden begonnene Kooperationen und Kooperationsangebote in einem Internet-Forum aktualisiert und gepflegt.
Zur Umsetzung des Projektes nehmen wir vielfältige Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern, interessierten NGOs, BürgerInnen usw. auf. Im Rahmen unserer Projektbörse im Herbst 2005 geknüpfte Kontakte zu Verwaltungen und Institutionen werden genutzt und aufgefrischt.
Durch Befragung unserer Ansprechpartner in CEE und den Berliner Verwaltungen und Initiativen erheben wir Daten über bereits bestehende Kontakte bzw. Interesse an weiteren Verbindungen. Außerdem erfragen wir den Bedarf an Unterstützung bei der Projektentwicklung und -bearbeitung.
Eine Vielzahl von Institutionen und Initiativen beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit verschiedenen Aspekten der Stadtentwicklung und einer nachhaltigen Mobilität. Nach unseren Erfahrungen bzw. unserem Kenntnisstand gibt es nur wenig Informations- und Erfahrungsaustausch unter potenziellen CEE-Partnern. Um eine nachhaltige Verkehrsentwicklung in Berlin, Deutschland und in den CEE-Staaten zu unterstützen, wollen wir vorhandene Ressourcen engmaschiger miteinander verknüpfen.
Kooperationspartner und Kooperationsstruktur
- Institut für Umweltpolitik (Prag/CZ)
- Niederschlesische Umweltstiftung (Wroclaw/PL)
- ECOHB (Kosice/SK))
Die hier genannten Partner wirken aktiv im Projekt mit. Darüber hinaus bauen wir im Rahmen der Projektbearbeitung weitere Kooperationen auf. Diese Kooperationen aktualisieren wir laufend im Informationenpool (Internet-Portal).
Alle Abbildungen zu diesem Beitrag
Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
Das hier beschriebene Projekt ist sowohl auf die europäische Zusammenarbeit als auch auf die lokale Nachhaltigkeit ausgerichtet. Mit Durchführung des Projektes versprechen wir uns vor allem eine Verbesserung der örtlichen Situation im europäischen Quartier sowie einen Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit durch:
- Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum;
- Vermeidung verkehrsbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigung;
- Minimierung des motorisierten Individualverkehrs, Stärkung des ÖPNV;
- Gewährleistung von Mobilitätsbedürfnissen für alle Verkehrsteilnehmer.
"MOBIL in europäischen Quartieren" besteht im Wesentlichen aus den drei Projektteilen:
a. Einrichtung einer Projektbörse: Organisation und Durchführung mit Partnern aus Verwaltung und Wirtschaft sowie Mitgliedern von Agenda-21-Initiativen und -Vereinen aus Berlin sowie mittel- und osteuropäischen Städten vom 31. Mai - 2. Juni 2007;
Am 8. März 2007 findet ein Vorbereitungstreffen für Berliner Akteure statt.
b. Erarbeitung eines "Mini-Audits" zur Mobilität in Berlin, Prag sowie Wroclaw oder Kosice, aufbauend auf den Berliner Nachhaltigkeitsindex ("B-NAX"), November 2006 - Mai 2007
c. Erarbeitung eines Leitfadens zur Mobilität im Stadtquartier, Darstellung von Praxisbeispielen und Kooperationsprojekten (best practices) zum Themenschwerpunkt "Nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Stadtquartieren" zur Konkretisierung der Teilbereiche a. und b., gesamte Projektlaufzeit
Zur Umsetzung der unter 3.2 genannten Projektteile haben wir die folgenden Arbeitsschritte in den zurückliegenden Projektmonaten unternommen:
- Aufbau und Aktualisierung der Projektseiten auf www.mobilocal21.org
- Vorstellung des Projektes bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Agendabüro
- Einladungen für die Projektbörse (31.5.-2.6.07) an mittel- und osteuropäische Initiativen, Institutionen, Verwaltungen und Einzelpersonen erarbeitet und versandt
- Organisatorische Vorbereitung der Projektbörse und inhaltliche Abstimmung mit Partnern. Festlegung des Veranstaltungsortes (CVJM-Gästehaus, Einemstraße)
- Abstimmung und Durchführung eines Vorbereitungstreffens für die Projektbörse am 8.3.07 mit Berliner Akteuren
- Kontaktbesuch in Budapest (3.-5.2.07) und Abstimmung mit dem Büro BFVT (Ferenc Pintér, stv. Geschäftsführer und Anna Demeter, Abt. Stadtentwicklung) zum Themenschwerpunkt Stadtentwicklung und Verkehr
- Gespräch mit Michal Kravcik von der NGO "People and Water", Kosice in Berlin zum Themenschwerpunkt Wasser und Abstimmung zu einem konkreten Projekt "Water for Sustainable Cities"
- Kontaktaufbau zur Stadtverwaltung Kosice (Büro des Bürgermeisters)
- Vorbereitung eines Kontaktbesuches in Wroclaw/Breslau vom 15.-17.3.07
- Vorbereitung des vom 16.-20.4.07 vereinbarten Kontaktbesuches in Prag und Kosice
Mai und Juni 2007
Gespräche in Breslau/Wrocław, Polen
Bereits seit drei Jahren pflegt mobilocal21 besondere Beziehungen zur polnischen Stadt Breslau/ Wrocław. Vertreter verschiedener Umweltorganisationen beteiligten sich an Tagungen von mobilocal21 in Berlin und wir nahmen teil und referierten auf Konferenzen in Breslau und führten Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung.
So trafen wir auch bei der diesjährigen Reise zur Vorbereitung unseres Projekts "EU-Projektpartnerschaften" auf großes Interesse an dieser Aktivität. Vom 15.3. bis 17.3.2007 besprachen wir mit Vertreterinnen und Vertretern von NGOs deren Arbeit und daraus resultierendes Interesse an internationaler Zusammenarbeit und der gemeinsamen Durchführung von EU-Projekten. Mit folgenden Organisationen wurden Möglichkeiten einer Zusammenarbeit erörtert:
- Dolnosłąska Fundacja Ekorozwoju - Niederschlesische Umweltstiftung
Verknüpfung von Radrouten in Polen, speziell Niederschlesien mit EU-Nachbarländern, vorrangig Deutschland und Tschechien. Aktive Mitarbeit am Projekt EUROVELO für die Region Niederschlesien. Grenzüberschreitender Ausbau des Oderradweges. Zusammenarbeit mit GREENWAYS in Tschechien und deutschen Fahrradinitiativen wird angestrebt. Die Stiftung ist aktiv an der Breslauer Fahrradkoalition beteiligt.
Schutz von Flusslandschaften und Naturreservaten, Vogelschutzgebiete, konkret in der polnischen Region Barycz. Die Stiftung ist beteiligt am Netzwerk des WWF "Grünes Band Oder- Neisse".
Interesse an einer Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke Berlin – Breslau.
Die Umweltstiftung arbeitet gemeinsam mit Initiativen aus Moldawien an verschiedenen Naturschutzprojekten.
- EURONATURA
Wir sprachen über die Möglichkeit der Vermarktung von Produkten aus ökologischer Landwirtschaft, die sich in Polen noch sehr schwierig gestaltet. Leider kann aus Termingründen keine Vertreterin an der Tagung teilnehmen, man hat aber schon Erfahrungen in Deutschland gesammelt und ist an Partnerschaften mit deutschen Organisationen interessiert.
- Polski Klub Ekologiczny – Polnischer Ökologischer Klub
Der Klub arbeitet aufgrund der neuen, von der EU initiierten Energieeinsparverordnung an Projekten zur Förderung regenerativer Energien, Wärmedämmung und Energieeinsparung. Besonders interessiert ist man an Energie- und Verbraucherberatungsstellen wie man sie aus Deutschland kennt. Hier würde man gern die deutschen Erfahrungen nutzen und mit ähnlichen Projekten in Deutschland zusammen arbeiten.
Auch die Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs in Breslau ist ein Anliegen des Klubs, für das Partner in anderen EU-Ländern willkommen wären.
- EKO-Idea
Die Organisation ist ein Teil des Kulturinstituts der Universität Breslau. Sie hat ein weit verzweigtes Netz von Kontakten zu Städten in Polen und auch in anderen EU-Ländern aufgebaut, z. B. mit Prag oder zur Londoner Lokalen Agenda 21. An weiteren Partnerschaften ist man wegen der begrenzten personellen Ressourcen derzeit nur insoweit interessiert, als diese sich an den vorhandenen Themenfeldern orientieren.
Vorzugsweise über das Internet werden Städtekarten entwickelt, die die Ressourcen einer Stadt oder einer Region für die Bewohnerinnen und Bewohner darstellen. Die Karten werden von den NutzerInnen interaktiv gepflegt. Ziel ist es, die Stadt grüner und nachhaltiger zu gestalten und "die soziale Energie der Menschen zu nutzen".
Außerdem entwickelt EKO-Idea interaktive Spiele für Kinder, die dem zunehmend konsumorientierten Lebensstil entgegenwirken und den Zusammenhalt von Familien und die Berücksichtigung wirklicher Bedürfnisse der Kinder fördern.
EKO-Idea bzw. der Vorsitzende Jacek Schindler ist aktiver Ashoka-Partner.
Fazit:
Die Idee zur Bildung eines grenzübergreifenden Netzwerks und der gemeinsamen Bearbeitung von Projekten im Rahmen der EU stieß auf großes Interesse. Aus Breslau/ Wrocław nehmen 6 Vertreter(inn)en unterschiedlicher Organisationen an der Tagung in Berlin teil.
Besuch in Prag und Košice
- Prag
Mobilocal21 arbeitet seit 2003 mit dem Institut für Umweltpolitik in Prag zusammen. Wir haben mehrere Veranstaltungen zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Berlin und Prag durchgeführt. Das Institut für Umweltpolitik ist neben der Niederschlesischen Umweltstiftung in Breslau/Wrocław (Polen) unser wichtigster Kooperationspartner.
Mit mehreren Mitarbeiter(inn)en des Instituts haben wir Gespräche geführt, bei denen es um die Entwicklung neuer Projekte und die entsprechenden Finanzierungsmöglichkeiten mit besonderem Blick auf Antragsmöglichkeiten bei der EU ging.
Neben den Themen (Verkehr, Fahrradförderung, Brachflächen), die wir bereits zu früheren Anlässen diskutiert hatten, wurde von den Prager Kolleg(inn)en eine intensivere Beschäftigung mit dem kommunalen Beschaffungswesen (procurement) vorgeschlagen. Nach eingehender Diskussion haben wir diesen Vorschlag als Themenschwerpunkt für die Projektbörse (31.5. – 2.6.2007) mit ausgewählt.
Umfangreiche Erfahrungen hat das Institut für Umweltpolitik auch mit Projekten zur Nachnutzung von Brachflächen. Gemeinsam wurde überlegt, wie ein bei der EU zu beantragendes Vorhaben (Forschung, Umsetzung, Bürgerbeteiligung) aussehen könnte.
- Košice
Jährlich werden zwei Städte aus verschiedenen europäischen Staaten "Kulturhauptstadt Europas". Die Staaten werden für mehrere Jahre im Voraus festgelegt. 2013 erhalten jeweils eine slowakische und eine französische Stadt den Titel Kulturhauptstadt Europas.
Košice ist eine von mehreren Bewerberstädten für die Slowakei, eine Entscheidung auf nationaler Ebene wird im November 2007 erwartet. In diesem Rahmen werden auch Konzepte zur nachhaltigen Stadtentwicklung erarbeitet. Kontakte für die Gestaltung von Kooperationen gibt es zur Stadt Wuppertal (Partnerstadt von Košice) und Essen (Kulturhauptstadt Europas 2010).
Košice ist bzw. war Industriestadt. Für viele brachliegende Standorte gilt es Nachnutzungskonzepte zu entwickeln. Aber auch für sonstige Brachflächen (z. B. Bahnflächen) müssen Konzepte erarbeitet werden. In der Innenstadt gibt es ein größeres ehemaliges Kasernengelände, das sich für eine vielfältige Nachnutzung (Wohnen, Arbeiten, Kunst und Kultur) eignet. Die Diskussion um die Nachnutzung ist breit gefächert und bezieht das Gelände mit Veranstaltungen und Kunstaktionen bereits in die Vorbereitungen zur Kulturhauptstadt Europas ein. Architekturstudenten haben Entwürfe erarbeitet, Bürger und Bürgerinnen treffen sich in sogenannten "expert groups" und werden von der Stadtverwaltung unterstützt. Aber auch für eine internationale Kooperation beispielsweise mit mobilocal21 oder Gruppierungen der Berliner Lokalen Agenda 21 sind Interesse und Potenzial vorhanden.
Im Rahmen unseres dreitägigen Besuchs führten wir Gespräche mit der Stadtverwaltung (Büro des Bürgermeisters und für Regionalentwicklung), dem Karpatendeutschen Verein in der Slowakei, der Fahrradunion, Architekturstudenten der Universität, der NGO "Ludia a voda" (Menschen und Wasser) sowie intensiv mit unserem Kooperationspartner, der "Baçova skola", einer Organisation zur sozialen Entwicklung der Stadt.
Die folgenden Themen wollen wir gemeinsam weiter verfolgen und im Rahmen der Projektbörse konkretisieren: Beitrag zur Kulturhauptstadt, Begrünung von Höfen, Kooperation in der Umweltbildung, Kooperationen im Bereich Verkehr mit besonderen Ausrichtung auf den Radverkehr, Kooperation mit Architekturstudenten und Entwicklung eines Projektes zur nachhaltigen Stadtentwicklung.
Am 20.4. fand im Konferenzsaal des Rathauses eine Veranstaltung zum Earth Day statt. In diesem Rahmen konnten wir (Michaela Valentová vom Prager Institut für Umweltpolitik sowie Ulrich Nowikow und Bernd Szczepanski von mobilocal21) in Impulsreferaten Themen der Lokalen Agenda 21, einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung und der Bürgerbeteiligung vorstellen. Die Vertreter von mobilocal21 überreichten dem Košicer Bürgermeister Knapik ein Exemplar der Berliner Lokalen Agenda 21 und Michaela Valentová erhielt darüber hinaus Gelegenheit, unsere Anliegen in einem Interview mit dem örtlichen Sender "Naša TV" ausführlich darzustellen.
Bei den Gesprächen in Prag und in Košice haben wir festgestellt, dass es großes Interesse an internationalem Austausch, an der Entwicklung bzw. der Weiterentwicklung von Projekten sowie am Aufbau von Netzwerken gibt.
Central and Eastern European Project-Partnerships – Results of the workshops 31.5.2007 - 2.6.2007 in Berlin
Roughly 40 participants worked in groups to selected topics. We are pleased to present the results and we would like to invite further Local Agenda 21 initiatives, institutions and city administrations to cooperate with us in the context of the mentioned topics.
Results
Solar Energy
Applicant/Partners (public/NGO/company)
- agenda-consortium (Lokale Agenda Berlin-Mitte, Oranienburg)
- Polish Ecological Club Wroclaw /administration
- Regional-Management OHV
- Szeged city administration
- Szeged regional development agency
- to offer an alternative in water-tourism
- combined with Nature Protection Areas
- awareness raising/education
- research/demonstration
- eco-tourists
- SME (tourist sector)
- engineers
- schools
- general public
- protected areas personnel
- NGOs
- pre-feasibility studies, incl. business plan
- research best practices
- legislation/regulations
- technological research
- demonstration models
- workshops/training
- marketing/promotion
- lobbying
- phase (1) 7/2008 - 6/2011
- phase (2) 7/2011 – 6/2014
- Germany: -Berlin / Oberhavelland (Brandenburg horticultural show 2009) / Schorfheide (Nature Protection Areas) / Potsdam
- Poland: -Wroclaw (Euro 2012) (Natura 2000)
- Hungary: -Szeged / South Hungary (Natura 2000) (birds) (water-areas)
- 3 x 2 infrastructures/projects
- functioning models
- business plan for SMEs
- training handbook
- curriculum contents/integration
- new partnerships, networks
- promotion material for public sector and for business sector
- evaluation-report
Applicant/Partners
- Warsaw, Zentrum für Umwelt/centre for the environment
- Szeged, city administration
- Potsdam, Umweltbüro/
- Falkensee, Local Agenda 21
- better/more efficient use of resources (in heat and power production)
- public authorities
- companies
- energy audit
- of demand structures
- of resources
- of infrastructure
- of energy ↔ employment, jobs
- cost benefit analysis
- checking available technologies (staying up-to-date)
- business plans
- consultations with authorities on investment decisions
- 3 years
- advice, strategic development
- case studies
- effects/advice on legislation
- amount of identified renewable energy potential
- report (comparative analysis between regions)
- publication in local media
Part 1
The workshop started with a presentation on "Sustainable Urban transport and Local Agenda 21" by Frithjof Reul. He presented contents and ideas of the LA 21 Berlin in the field of transport. A further topic was "Mini-Audits" for European cities. Mini-Audits are part of the BIN-project. Main idea is to develop a set of transport related indicators which is comparable between different European cities. Such an indicator set would allow comparisons in terms of the developments in the transport sector and to monitor the effects of transport-related policies. Possible indicators, which are relevant in all European cities, easy to collect and easy to understand are
- Motorisation (passenger cars per 1000 inhabitants)
- CO2 emissions in the transport sector
- Data for Noise
- Data for air quality (PM10).
Part 2
The second part of the workshop started with ideas for a common project by Frithjof Reul. He suggested to develop a Compendium of Sustainable and Integrated Transport Planning for European cities. Target groups for such a compendium are NGOs, Local Agenda 21 initiatives, city and transport planners and municipalities. The Compendium should comprise recommendations in terms of integrated transport planning taken from an own survey to be carried out during the project, common European workshops, expert interviews and European examples (good practices – bad practices). Questions might be:
What kind of integrated transport strategies do already exist?
What are characteristics of such approaches?
What’s about the implementation of such approaches? What seems to be successful? Where are the difficulties?
Is there a gap between planning and realisation?
The conclusion of the discussion in the workshop was that participation is the most relevant issue in terms of integrated planning in the participant’s cities. Hence a common European project should comprise the following elements:
- Identification of very concrete transport and planning issues in each project city where a lack of participation is obvious (see workshop ideas below)
- Starting a participation process on this issues by special workshops including all relevant stakeholders
- Preparation of case studies on the local level
On the European level of the envisaged project the following activities should take place:
- Exchange of experiences in terms of project results,
- Evaluation of the results,
- Development of the Compendium "Integrated Transport Planning" with conclusions and good and bad practices.
Prague/Czech Republic:
- Parking management
- Transport and preservation of the world heritage
- Development of the new government area
- Development of the waterfront/bank of the river Danube
- Climate change and the transport system: Reduction of CO2 emissions
- The Gleisdreieck: Green in the Citiy
- Airport Tempelhof: Transformation into Green zones
- Transport and preservation of the world heritage
- City development and shopping areas
- Improvement of public transport
- Car free inner city
- Bike traffic strategy
- Recreation areas
- Transport and European Football Championship in 2012
Content
- to exchange different experiences in planning and using brownfields (good and bad practices),
- to collect the results of other current projects,
- to create a database with the brownfields of the participating cities in cooperation with a research institute or university,
- to organise a conference with experts from good examples (Ruhrgebiet, Dessau, Bln.-Lichtenberg)
- to develop perspectives and aims for brownfields (in general and for one brownfield in each city in particular)
How to get citizens involved?
How to arise public awareness?
How to build capacities and how to adopt the experiences to the regional situation
Target groups:
- politics,
- administration,
- planners,
- NGO,
- Citizens,
- Artists.
Grundtvig,
Citizens programme,
7. Framework programme (Sofia),
Public Participation programme,
Urban sustainable development,
LIFE+: Information / Biodiversity (LIFE+ contact point).
Experiences, see:
Deutsches Institut für Urbanistik, Difu (www.difu.de)
Umweltbundesamt, UBA (www.uba.de)
Questions / Problems / Risk Management
1. Who are the owners (and our partners) of brownfields (city or city district or railway companies)?
2. How can we deal (work) with owners?
3. How can we can get information about city planning and about what the public is interested in?
4. What is our role our the project?
Preparation activities
1. to ask if there are databases of brownfields in the participating cities,
2. to collect experiences and results of other current projects (research)
Steps of the project
1. to involve target groups and discuss the situation in each city,
2. to organise a conference and get involved experts and the public,
3. to develop a training of experts programme,
4. to publish a handbook,
5. to develop one brownfield in each city as a model project.
Partners
Parkgenossenschaft Berlin,
Make-up Gallery, Kosice,
People and Water, Kosice,
ASDE, Sofia,
EEA, Bucharest,
GRÜNE LIGA Berlin.
Potential Partners
City of Kosice,
City of Sofia, Mladost,
District of Bucharest,
Krakow.
Ulrich Nowikow, Bernd Szczepanski
- Politik / Öffentliche Hand
- Sonstige
Erläuterungen:
Sonstige: Agenda-Akteure, Vereine und Initiativen in den Themengebieten Verkehr und nachhaltige Stadtentwicklungnein
- Bürger initiieren Nachhaltigkeit
- Eigenleistung
Projektträger und Projektbeteiligte
Projektträger
Europäisches Netzwerk Mobilität und Lokale Agenda 21 e.V., Kurzform: mobilocal 21Projektbeteiligte
- Institut für Umweltpolitik (Prag/CZ)
- Niederschlesische Umweltstiftung (Wroclaw/PL)
- ECOHB (Kosice/SK)
Laufend seit: 10.11.2006
Voraussichtliches Projektende:
31.10.2007
Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
Projektebene / Trägerorganisation
Mitglied des VorstandesHerr Ulrich Nowikow
Europäisches Netzwerk Mobilität und Lokale Agenda 21 e.V. (mobilocal21)
Granitzstraße 14 b
13189 Berlin
Telefon: +49 (0)30 / 47 306 307
E-mail: nowikow@mobilocal21.org
WWW: www.mobilocal21.org
Mitglied des Vorstandes
Herr Bernd Szczepanski
Europäisches Netzwerk Mobilität und Lokale Agenda 21 e.V. (mobilocal21)
Bendastraße 15
12105 Berlin
Telefon: +49 (0)30 / 625 72 64
Telefax: +49 (0)30 / 625 72 64
E-mail: szczepanski@mobilocal21.org
WWW: www.mobilocal21.org
10.09.2007
