Die nachfolgende Projektdarstellung beruht ausschließlich auf einer Selbstbeschreibung des Projekts und wird von diesem verantwortet. Für eventuelle Rückfragen und Hinweise stehen die ausgewiesenen Kontaktpartner zur Verfügung.
Sonnenwette: Bremer und Hannoveraner Bürger aktiv für mehr Solarenergie
Deutschland, Bremen:
Bremen (560.000 Einwohner)
Deutschland, Niedersachsen:
Hannover (517.000 Einwohner)
- Handlungsfeld(er)
- Projektbeschreibung
- Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
- Zeit- und Arbeitsplan
- Stand der Arbeiten
- Zielgruppe
- Genderaspekt
- Finanzierung
- Projektträger / Projektbeteiligte
- Laufzeit
- Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
- Ansprechpartner
- Stand der Information
- Energie & Klimaschutz
Der BUND Landesverband Bremen und der BUND Region Hannover motivieren Bürgerinnen und Bürger sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Im Rahmen einer Sonnenwette werden die Bürger über die lokalen Folgen des Klimawandels sowie über ihre Möglichkeiten aktiv das Klima zu schützen informiert. Durch die Beteiligung an der Bürger-Solaranlage sowie durch Kleinbeträge haben die Bürger Gelegenheit den Ausbau der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung und damit den Klimaschutz voranzubringen.
Zur Motivation wird die Aktion in Form einer Wette der Stadt Bremen gegen die Stadt Hannover ausgetragen: Welche Stadt schafft es innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten die Mittel für die größere Bürger-Solaranlage zu akquirieren? Gewinnen wird in jedem Fall das Klima: Pro Quadratmeter installierter Kollektorfläche werden pro Jahr etwa 85 Kilogramm Kohlendioxid-Ausstoß vermieden (verglichen mit der derzeitigen Stromerzeugung in Bremen). Bei einer geplanten Kollektorfläche von mindestens 80 m² (10 kWp/Investition: 50.000 Euro) würde mit einer jährlichen Erzeugung von 8.000 kWh eine CO2-Ersparnis von 6.800 kg pro Jahr realisiert werden können.
Für einen Erfolg des Projekts entscheidend ist eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu ist geplant, während der Sonnenwette insgesamt zwei bis drei Themen bzw. Aktionen in Zusammenhang mit der Sonnenwette aufzugreifen und zu publizieren. Inhalte dieser Aktionen können zum Beispiel sein:
- Auftaktveranstaltung zum Start der Sonnenwette mit Schirmherren aus Bremen und Hannover an einer zentralen Stelle der Bremer/Hannoveraner Innenstadt, mit der Darstellung der lokalen Folgen des Klimawandels
- Informationsveranstaltung für interessierte Geldanleger
- SOLAR-Radtour in Bremen und Hannover
- Teilnahme an Solarfesten
Ziel ist es, während des Projekts finanzielle Mittel für eine Bürger-Solaranlage zu akquirieren. Eine Bürger-Solaranlage trägt konkret dazu bei, den Anteil regenerativ erzeugten Stroms in Bremen und Hannover zu erhöhen. Schon mit einer Investition ab 500 Euro kann jede Bürgerin und jeder Bürger zum Sonnenstromerzeuger werden. Durch eine jährliche Rendite auf das eingesetzte Kapital zahlt sich das Engagement auch finanziell aus.
Ausgangslage für die Sonnenwette ist die gegenwärtige Stromerzeugung in Deutschland. So wird der in Deutschland produzierte Strom vornehmlich durch fossile Energieträger und Kernenergie bereitgestellt. So ist auch die derzeitige Stromerzeugung im Land Bremen nicht nachhaltig. Der Großteil des Bremer Stromverbrauchs wird seit jeher durch Eigenstromproduktion im Land Bremen bereitgestellt. Somit ist der in Bremen verbrauchte Strom zwar weit gehend Atomstrom frei, aufgrund des hohen Steinkohleanteils von 73% und des geringen Anteils Erneuerbarer Energie von 1% ist die Bremer-Stromerzeugung jedoch keinesfalls zukunftsfähig. Der hohe Steinkohleanteil an der Stromerzeugung führt zu hohen Kohlendioxidausstößen in der Region. Dabei besitzt das Land durchaus Potenziale für die Nutzung Erneuerbarer Energien. Bei einer optimalen Ausbauentwicklung könnten die Erneuerbaren Energien im Jahr 2010 ca. 10% des Bruttostrombedarfs im Land Bremen decken (vgl. „Eine zukunftsfähige Stromversorgung für Bremen“, Studie des BUND Landesverband Bremen e.V., 2005.).
Auf Bremer Dächern sind zurzeit Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.460 kWp installiert. Sie liefern pro Jahr ca. 1.095.000 kWh Strom. In der Landeshauptstadt Hannover sind Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.601 kWp installiert. Obwohl die Fotovoltaik in den letzten Jahren starke Zuwachsraten aufwies, ist ihr Anteil an der Gesamt-Stromerzeugung in Bremen und Hannover damit immer noch verschwindend gering. Die verbesserten Vergütungen seit Anfang 2004 (Vorschaltgesetz zum EEG) führten jedoch zu einem starken Ausbau der Fotovoltaik. Im Zeitraum zwischen Ende 2002 und September 2004 hat sich die Stromerzeugung durch Fotovoltaik in Bremen nahezu verdoppelt.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmebereich als auch für den Verkehr ist unverzichtbar. Dabei ist anzustreben, die Technologien in diesem Berech weiter zu entwickeln, um sie möglichst rasch zur Wirtschaftlichkeit zu führen. Gleichermaßen muss aber auch das Verständnis über die Erneuerbaren Energien weiter gestärkt werden, um den Ausbau ihrer Nutzung auch in Hinblick auf ihre Sozialverträglichkeit bzw. Akzeptanz in der Bevölkerung vornehmen zu können.
Die Aktion „Sonnenwette“ soll dem Aufklärungsbedarf der Öffentlichkeit im Bereich der Erzeugung von Solarstrom begegnen und die Akzeptanz für die regenerative Energieerzeugung weiter stärken.
In Bremen und Hannover setzen sich eine Vielzahl von Akteuren für die Förderung der Solarenergie ein. Die Solarinitiative Bremen wurde im Herbst 1998 als Interessengemeinschaft gegründet. Sie bündelt und initiiert Maßnahmen zur Verbreitung der Sonnenenergienutzung im Land Bremen. Der BUND Landesverband Bremen e.V. ist Koordinator der Solarinitiative. Daneben sind unter anderem die Bremer Energie-Konsens GmbH als lokale Klimaschutzagentur, der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Handwerker, Architekten und Vertreter der Hochschule an der Solarinitiative beteiligt. Die Solarinitiative führt Solaraktionstage durch und ist seit drei Jahren Mitveranstalter der Messe Solar Bremen plus.
In Hannover gibt es ein jährliches Solarfest und eine Solarrunde, eine Kooperation des Handwerks, der Landeshauptstadt, des Agenda-Büros für den weiteren Ausbau von Solaranlagen. Seit diesem Jahr wird zusätzlich durch die Klimaschutzagentur der Region Hannover ein solarer Wettbewerb der 17 Kommunen in der Region durchgeführt, die so genannte Solare Regionalliga.
Sowohl in Bremen als auch in Hannover gibt es Ökostrom-Angebote der lokalen Energieversorger. Ziel der Angebote swb proNatur und enercity Strom & Natur ist es, den regenerativen Anteil der Stromerzeugung zu erhöhen. Durch einen erhöhten Strompreis tragen die Kunden dazu bei, dass neue Anlagen gebaut werden.
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Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
Auf lokaler Ebene muss es vorrangige Aufgabe sein, den Trend des steigenden Energieverbrauchs auf der Nachfrageseite durch eine rationelle und bewusste Energienutzung zu senken und auf der Angebotsseite durch effiziente und ökologisch verträgliche Erzeugungstechnologien zu begegnen. Im Rahmen der Sonnenwette können die Bürger über die lokalen Folgen des Klimawandels sowie über ihre Möglichkeiten aktiv das Klima zu schützen informiert werden. Des Weiteren haben die Bürger Gelegenheit durch die Beteiligung an der Bürger-Solaranlage sowie durch Kleinbeträge den Ausbau der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Bremen und damit den Klimaschutz voranzubringen. Wir bieten den Bürgern an, neben ihrer Sicht als Nachfrager von Energie, die Angebotsseite der Stromerzeugung,(hier die Solarstromerzeugung) kennen zu lernen. Die Sonnenwette ermöglicht, das Verständnis und die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien vor Ort zu erhöhen und bietet dem einzelnen Bürger die Chance sich aktiv für den Klimaschutz in Bremen und Hannover zu engagieren.
Im Rahmen der Sonnenwette soll ein Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes bei der Stromerzeugung geleistet werden. Durch die innovative Form der Öffentlichkeitsarbeit in Form einer Wette mit zwei norddeutschen Städten vergleichbarer Größe wird das Thema gesellschaftlich breit verankert.
Das Projekt wurde über einen Zeitraum von zehn Monaten durchgeführt.
Davon waren 5 Monate Vorbereitungszeit, drei Monate (März bis Mai) Laufzeit der Sonnenwette und ein Monat zur Ausschreibung, Beauftragung, Installation, Inbetriebnahme und Einweihung der Bürger-Solaranlage.
Die wichtigsten Meilensteine waren dabei der Start der Wette am 19. März und das Ende der Sonnenwette – das auf den 15. Juni terminiert wurde.
Mit der Errichtung einer Bürgersolaranlage gibt der BUND Landesverband Bremen und der BUND Region Hannover Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, schon mit kleinen Beträgen an der sauberen und klimafreundlichen Stromerzeugung mitzuwirken.
Der Startschuss für die Sonnenwette in Hannover fiel am 27. März bei der Auftaktveranstaltung mit dem Schirmherrn Hans Mönnighoff als Wirtschafts- und Umweltdezernent der Stadt Hannover. Neben einigen Pressemitteilungen und Artikel in diversen hannoverschen Zeitungen sowie einem Radio und Fernsehinterview bei lokalen Sendern haben die Projektleiter aus Hannover die Sonnenwette auf einigen Ausstellungen zu diesem Thema präsentiert. So war der BUND Hannover beim Solarfest am Maschsee, bei der 1. Mai-Veranstaltung auf dem Klagesmarkt sowie beim „Markt der Möglichkeiten“ in Gehrden vertreten. Des Weiteren wurde eine Solar-Radtour mit der Besichtigung beispielhafter Photovoltaikanlagen der Stadt durchgeführt, um Interessenten zu diesem Thema zu informieren und zu begeistern. Im Rahmen der regelmäßigen Rundbriefe des BUND Region Hannover an ihre Mitglieder wurde die Bürgersolaranlage weiter publik gemacht. Zum Schluss der Wette hat der BUND Region Hannover eine Summe von 125.000 Euro für die Anlage akquiriert und wird im September im Rahmen der Haussanierung die Bürgersolaranlage errichten.
Den Startschuss zur Sonnenwette in Bremen gab am 19. März Bürgermeister Jens Böhrnsen. Auf eine intensive Öffentlichkeitsarbeit mit einer Presseserie im Bremer Weser Kurier und aktionsbezogenen Presseartikeln in weiteren Lokalzeitungen folgten ein Auftritt im Regionalfernsehen sowie ein Beitrag beim lokalen Radiosender und weckten bei Bremer Bürgerinnen und Bürgern großes Interesse. Nach der Informationsveranstaltung zur Bürgersolaranlage am 26. April und damit fünf Wochen Akquisearbeit waren bereits alle Anteile für die 30,6 Kilowatt große und 156.000 Euro teure Anlage vergeben. Insgesamt unterstützen fünfundachtzig Bremer die Installation der Solaranlage und erzeugen zusammen jährlich über 24.000 Kilowattstunden Sonnenstrom für die Hansestadt. Der Betrieb der gemeinschaftlichen Photovoltaikanlage vermeidet jährlich den Ausstoß von über 20 Tonnen Kohlendioxid und leistet somit einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz in Bremen. Bei der SOLAR-Radtour Ende Mai war die Installation der 240 m2 großen Photovoltaikanlage schon abgeschlossen, so dass fünfzehn Solarradler die fertige Anlage bewundern konnten. Aufgrund der großen Nachfrage sucht der BUND Bremen gegenwärtig nach einer geeigneten Dachfläche für eine zweite Anlage. Interessenbekundungen zum Beispiel von Kirchengemeinden und Wohngemeinschaften zur Errichtung einer eigenen Gemeinde- bzw. Gemeinschaftssolaranlage werden vom BUND Bremen beraten und in der Umsetzung unterstützt. Die offizielle Einweihung Bremens erster Bürgersolaranlage erfolgt am 16. Juni.
Bei der Sonnenwette gegen die Stadt Hannover hatte Bremen die Nase vorn. Zum Ausgang der Wette begrüßte der BUND Bremen am 16. Juni die Projektkoordinatoren aus Hannover. Die Hannoveraner überreichten im Anschluss jedem Bremer Solarstromerzeuger eine selbst gezüchtet Sonnenblume - denn Wettschulden sind Ehrenschulden.
Die Projekt „SONNENWETTE – Bremer und Hannoveraner aktiv für mehr Solarenergie“ ist somit abgeschlossen.
Kathrin Heitmann, Toralf Richter
- Grundbesitzer / Hausverwaltung
- Sonstige
Erläuterungen:
alle Bürger Bremens und Hannoversnein
- Bürger initiieren Nachhaltigkeit
- Eigenleistung
- Sponsoring und Spenden
Projektträger und Projektbeteiligte
Projektträger
- BUND Landesverband Bremen e.V.
Projektbeteiligte
- BUND Region Hannover
- Bürger
- Sponsoren
- Schirmherr
Laufend seit: Oktober 2005
Voraussichtliches Projektende:
Juni 2006
Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
- Internetseite des BUND Landesverband Bremen e.V.:
www.bund-bremen.net - Internetadresse des BUND Landesverband Niedersachsen e.V.:
www.bund-niedersachsen.de - 19.03.2006, Auftaktveranstaltung in Bremen: Mit der Sonnenwette zur Bürgersolaranlage. Bürgermeister Jens Böhrnsen gibt Startschuss
Pressemitteilung - Hinweise zu den Veranstaltungen 19. März - 26. April 2006
Informationsflyer
Projektebene / Trägerorganisation
Wissenschaftl. MitarbeiterinFrau Kathrin Heitmann
BUND Landesverband Bremen e.V.
Am Dobben 44
28203 Bremen
Telefon: +49(0)421/7900232
Telefax: +49(0)421/7900290
E-mail: kathrin.heitmann@bund-bremen.net
WWW: www.bund-bremen.net
Technischer Umweltschutz
Herr Toralf Richter
BUND Landesverband Bremen e.V.
Am Dobben 44
Bremen 28203
Telefon: +49(0)421/7900233
Telefax: +49(0)421/7900290
E-mail: toralf.richter@bund-bremen.net
WWW: www.bund-bremen.net
12.06.2006
