Die nachfolgende Projektdarstellung beruht ausschließlich auf einer Selbstbeschreibung des Projekts und wird von diesem verantwortet. Für eventuelle Rückfragen und Hinweise stehen die ausgewiesenen Kontaktpartner zur Verfügung.
Solarparks machen Schule
Angebot zur Unterstützung bei der Organisation von Bürger-Solaranlagen
Deutschland, Baden-Württemberg
Deutschland, Bayern:
München (1.300.000 Einwohner)
Deutschland, Berlin (ca. 3,4 Mio. Einwohner)
Deutschland, Brandenburg (2,5 Mio. Einwohner)
Deutschland, Bremen:
Bremen (560.000 Einwohner)
Deutschland, Hamburg:
Deutschland, Hessen
Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern (1,6 Millionen Einwohner)
Deutschland, Niedersachsen (7,9 Mio. Einwohner)
Deutschland, Nordrhein-Westfalen
Deutschland, Rheinland-Pfalz (4,06 Mio. Einwohner)
Deutschland, Saarland
Deutschland, Sachsen
Deutschland, Sachsen-Anhalt
Deutschland, Schleswig-Holstein (2.828.986 Einwohner)
Deutschland, Thüringen (2,4 Mio. Einwohner)
- Handlungsfeld(er)
- Projektbeschreibung
- Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
- Zeit- und Arbeitsplan
- Stand der Arbeiten
- Zielgruppe
- Genderaspekt
- Finanzierung
- Projektträger / Projektbeteiligte
- Laufzeit
- Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
- Ansprechpartner
- Stand der Information
- Energie & Klimaschutz
- Bildung
- Innovative Unternehmen - erfolgreiche Wirtschaft
- Sonstige
Erläuterungen:
Öffentlichkeitsarbeit
Schule in der Gilmstraße: Symbolische Inbetriebnahme
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)

Schule in der Gilmstraße: Die Anlage ist fertig
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)

Schule in der Blumenau : Die Module werden auf die Konstruktion montiert
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)

Schule in der Blumenau: Die Gäste des Einspeisefestes
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)

Hedernfeld, Nordteil
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)

Hedernfeld: Auf der Einweihungsfeier heizt uns die "Little Big Band" ordentlich ein
(Copyright:
www.solarpark-muenchen.de)
1. Wer wir sind
Die lokale Initiative Agenda 21 im Münchener Stadtteil Hadern arbeitet seit acht Jahren erfolgreich an der Umsetzung der Ziele, die 1992 in Rio aufgestellt wurden. Der Bezug zum Lebensumfeld der Haderner Bürgerinnen und Bürger wird dabei ebenso beachtet wie die unmittelbare Umsetzung vor Ort. Der Arbeitskreis Energie der lokalen Agenda 21-Gruppe von München-Hadern organisiert in Zusammenarbeit mit dem gleichartigen Arbeitskreis der benachbarten Gemeinden im Würmtal seit 2002 die Realisierung von PV-Solaranlagen mittlerer Größe. Mit dem Verein ergon e.V. hat sich die Gruppe eine Struktur gegeben, in der konkrete Projekte leichter durchgeführt werden können.
2. Was wir gemacht haben
Die Akteure aus dem Münchener Süd-Westen waren die ersten, die mit der Landeshauptstadt München 2001/2002 einen Vertrag aushandelten, in welchem das Dach einer städtischen Schule für eine Bürgersolaranlage kostenlos überlassen wurde. Dieser Vertrag hat inzwischen selbst "Schule gemacht" und wurde in München und anderswo schon mehrfach als Muster verwendet.
Auch der Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber musste neu gestaltet werden, da die Gesetzeslage ein partnerschaftliches Miteinander von Netzbetreiber und Einspeiser verlangt. Die Stadtwerke München können mit dem für alle Münchener PV-Stromerzeuger übernommenen Vertrag darauf verweisen, dass er mit einer Bürgerinitiative einvernehmlich formuliert wurde.
Zudem ist es für die Bürgerbeteiligungsanlagen auch gelungen, zusammen mit der "Münchner Bank" - die Voraussetzungen für die Aufnahme von Krediten zu klären. Durch die Aufnahme zinsgünstiger Kredite, z.B. der KfW, entsteht die Möglichkeit, mit gleichem Eigenkapital größere Anlagen zu verwirklichen.
Das Resultat: In den letzten fünf Jahren entstanden in München und Umland mittlerweile 20 Bürgersolaranlagen nach dem in Hadern erarbeiteten Muster. Das Kapital in Höhe von ca. 3,5 Mio. Euro stammt von ca. 650 Bürgerinnen und Bürgern. Dabei erreicht das Modell, das eine Mindestbeteiligung mit einem Anteil von 1.500 Euro erlaubt, besonders die Kleinanleger. Etwa die Hälfte der Beteiligten sind mit einem oder zwei Anteilen vertreten.
Bei den jüngsten Anlagen konnten die Beteiligten zwischen Darlehensanteilen und Eigenkapitalanteilen frei wählen. Einzige Bedingung: Die festgelegte Mindestanzahl der Eigenkapitalanteile soll eine Nachzahlung während der Laufzeit der Beteiligung vermeiden. So wird als Zielgruppe die Großmutter, die einem ihrer Enkel einen Anteil schenken will, genauso erreicht, wie der Steuersparer, der für sein Finanzamt rote Zahlen haben will.
3. Was ist das Neue am "Solarpark München und Region"?
Die Frage nach einer passenden Organisationsform hat den Arbeitskreis lange beschäftigt. Für eine GmbH und Co KG sind bürgerschaftlich organisierte Anlagen zu klein, die Haftungsübernahme durch eine GmbH ist mit jährlich mindestens 2.500 Euro zu teuer und die nötige notarielle Beurkundung bei Ein- und Austritt aus der Gesellschaft organisatorisch zu schwerfällig. Eine Bündelung mehrerer Anlagen zu einem Pool in einer GmbH würde den örtlichen Bezug der Investoren zur Anlage verhindern. Die Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich so an der Anlage in der Nähe ihres Wohnortes, kennen die anderen Gesellschafter und sind nicht nur finanziell, sondern auch sozial eingebunden.
So wurde pro Anlage jeweils mit den Beteiligten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Da bei einer GbR jeder Gesellschafter auch mit seinem privaten Kapital haftet und sich ein Geschädigter stellvertretend für die gesamte GbR an einem Gesellschafter schadlos halten kann, wurde die GmbH und Co KG nachgebildet, um dies zu vermeiden:
Die Rolle der GmbH übernimmt ein Verein, der für den Bau und Betrieb der Anlage verantwortlich ist. Er schließt eine Haftpflichtversicherung über 5 Mio. Euro Versicherungssumme ab. Sollte ein Haftpflichtschaden aus dem Bau und dem Betrieb einer Anlage diese Summe überschreiten, so haften die Vereinsmitglieder nicht persönlich, sondern der Verein mit seiner Vereinskasse begrenzten Inhalts. Ein Haftungsdurchgriff auf die GbR ist nicht vorstellbar. Die GbR übernimmt die Rolle der Geldgeber, vergleichbar der KG. Sie beauftragt den Verein mit dem Bau und dem Betrieb der Anlage und übernimmt alle daraus entstehenden Kosten. Den Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber schließt die Geschäftsführung der GbR ab. Auch die Versteuerung der Einkünfte aus der Anlage findet bei der GbR statt. Der Verein ist nicht überwiegend gewerblich tätig und kann daher seine Anerkennung als gemeinnütziger Verein behalten.
Dieses Modell wurde zusammen mit einem versierten Juristen entwickelt. Nun steht es allen Initiativen zur Verfügung, die damit ihre Bürgerbeteiligungsanlagen organisieren wollen. Die Landeshauptstadt München hat die Haderner Gruppe mit dem Umweltpreis 2003 ausgezeichnet, um ihre vielfältige Pionierarbeit und die engagierte Weitergabe ihres Wissens zu würdigen.
4. Breitenwirkung
Alle Aktivitäten wurden von Anfang an durch intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet, die weitgehend ehrenamtlich geleistet wurde. So finden sich bereits da und dort Initiativen, die nach einem Artikel in der Zeitschrift Photon (8/2002) auf das Haderner Modell aufmerksam wurden und es für ihre Bürgersolarkraftwerke übernahmen. Auf der Fachkonferenz in Freiberg/Sachsen (Ende März 2004), auf dem Bundestreffen der Solarinitiativen in Hammelburg (Mai 2004), auf der RegioSolarkonferenz in Fürstenfeldbruck (November 2005), dem Treffen bayerischer Solarinitiativen (Januar 2006), einem Workshop der Sächsischen Landesstiftung in Dresden (Juli 2006) und auf der RegioSolarkonferenz in Hannover (November 2006) wurde das Haderner Modell vorgestellt. Der Fachvortrag in Hannover fand auch in der Berichterstattung über die Konferenz Beachtung, so in „Sonne, Wind & Wärme“ Heft 1272006 Seite 38. Anlässlich eines Workshop am 14.7.07 in Hannover will die evangelische Landeskirche Hannover das Haderner Modell für kirchliche Solaranlagen diskutieren. Ein Vertreter des Vereins wird als Referent am Workshop teilnehmen Damit gilt weiterhin: Für alle Gruppen, die "ihre" Anlage in Bürgerbeteiligung bauen wollen, ist der Weg leichter geworden.
5. Was wir anbieten
Manche Initiativgruppen sehen sich in ihrem ehrenamtlichen Engagement an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Für diese Fälle bieten die Akteure aus dem Münchener Süd-Westen ein Paket abgestufter Dienstleistungen an. Zunächst stellen wir alle unsere Vertragstexte zur Verfügung und können im konkreten Fall beratend wirken. Darüber hinaus kann der Verein ergon e. V. den Dachnutzungsvertrag mit dem Gebäudeeigentümer abschließen, wenn kein örtlicher Verein für diese Aufgabe zur Verfügung steht. Die örtliche Initiative beauftragt gemeinsam mit dem Verein Fachleute mit der Entwicklung des Anlagenkonzepts, der Angebotseinholung oder der Bauüberwachung. Sie machen gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit und organisieren die Verwaltung der GbR. Dabei bleibt die aktive Gruppe federführend und präsentiert sich in der Öffentlichkeit. Für die einzelnen Aufgaben werden die Kosten transparent abgerechnet. Das Dienstleistungsverhältnis ist befristet, so dass immer wieder geprüft werden kann, ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Nach diesem Modell kann sich für Bürgerbeteiligungsanlagen bundesweit ein Dienstleistungsangebot entwickeln, das Fachleuten in selbständigem Arbeiten eine Verdienstmöglichkeit eröffnet.
6. Das Ziel
Die Mitglieder des Vereins haben im Laufe eines Jahres in Ihrem unmittelbaren örtlichen Umfeld vier weitere Bürger-Solaranlagen verwirklicht. Zuletzt wurden Anlagen in Hohenschäftlarn, Unterhaching und Gauting gebaut. Aber es geht auch schon weiter: Zwei weitere Anlagen in Unterhaching werden vorbereitet. Die Gesellschaften sind gegründet und der Großteil der Anteile wurde gezeichnet.
Ferner wird weiter das Ziel verfolgt, an weiteren Orten in der Bundesrepublik den Keim für örtliche Initia-tiven zu legen. Diese sollen mit Unterstützung von ergon e.V. beginnen, Bürger-Solaranlagen zu bauen.
Zur Finanzierung von Bürger-Solaranlagen stehen Modelle zur Verfügung, die der aktuellen Geldmarkt-situation angepasst sind und auch anderswo angewendet werden. So wird die Vergabe der KfW-Förderkredite über die örtlichen Banken sehr unterschiedlich gehandhabt. Regionale Finanzinstitute können zur Profilierung eigene Kreditlinien entwickeln. Auch Leasing von Fotovoltaikanlagen ist denk-bar. Durch Kredite entsteht jedenfalls ein Hebel, der es erlaubt mit weniger Beteiligten größere Anlagen zu bauen. Für die Anlage in Gauting wird ein besonderes Kreditangebot der Kreissparkasse München – Starnberg erstmals beansprucht, das mit der Bank ausgearbeitet wurde.
Dies ist allein mit den Mitteln aus BIN gelungen. Zusätzliche Projektmittel stehen nicht zur Verfügung.
Nachdem die hohen Modulpreise des Jahres 2006 der Vergangenheit angehören ist wieder Schwung in den Markt gekommen. Mittelgroße Anlagen, die nach dem Modell "Solarpark Hadern" organisiert werden, sind für die Anleger wieder höher rentabel. Die transparente Kostenrechnung, geringer Werbeaufwand und schlanke Strukturen bei überschaubarer Organisation kommen den Anlegern zu Gute. Der ehrenamtliche Einsatz von engagierten Bürgerinnen und Bürgern bei der Verwaltung der Bürgeranlagen kann weitere Kosten ersparen.
Alle Abbildungen zu diesem Beitrag
Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
Bezug zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie
- Die Anlagen produzieren dezentral umweltfreundlich elektrischen Strom. Die Ressourcen fossiler, nicht erneuerbarer Energieträger werden somit geschont.
- Die Projekte werden sehr bürgernah durchgeführt. Jeder Gesellschafter kennt die Anlage, an der er beteiligt ist und entwickelt dadurch einen langfristigen Bezug zur regenerativen Energieerzeugung und seinem persönlichen Energieverbrauch.
- Die Erfahrungen, die in den bereits realisierten Projekten gemacht wurden, werden an Interessierte weitergegeben. Auf diese Weise entstanden und entstehen in ganz Deutschland Bürgerbeteiligungsanlagen nach dem in München-Hadern erarbeiteten und erprobten Muster.
- Die Finanzierung der Bürger-Solaranlagen lässt sich als basis-wirtschaftliches Modell übertragen: Bürgerinnen und Bürger schließen sich zusammen und werden in einem gemeinsamen Vorhaben unternehmerisch aktiv.
- Die erforderliche Dienstleistung bei der Projektierung, bei Organisation und Verwaltung der GbR schafft Arbeitsplätze.
Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit
Im Münchener Raum werden Gemeinschafts-Solaranlagen unterschiedlicher Größe verwirklicht. Kommerzielle Anbieter decken bisher das Segment großer Beteiligungsfonds ab und sammeln Kapital überwiegend bei Großanlegern. Dieses wird in großen Anlagen investiert. Anlagen mittlerer Größe lassen sich gut nach dem Modell Solarpark-Hadern verwirklichen und erweitern die Palette der Möglichkeiten. Die Initiatoren erreichen überwiegend Kleinanleger. Die Zahl der mittelgroßen Solaranlagen erscheint noch ausbaufähig und kann durch seine hohe Anzahl erheblich die Gesamtbilanz der Nutzung von Solarenergie beeinflussen.
Ergon e.V. ist überdies im Stadtteil auch mit anderen Agenda-Themen präsent, so dass die Öffentlichkeitswirkung immer wieder profitiert.
Bis zum Herbst 2007 wurden vier weitere Solaranlagen gebaut und in Betrieb genommen.
Als Hilfsmittel steht eine Infobroschüre zur Verfügung, die allgemeine Informationen anhand der bestehenden Anlagen darstellt und in der Angaben zum speziellen Projekt als Zusatz ergänzt werden können.
Weiterhin soll der Internetauftritt an die aktuelle Situation laufend angepasst werden.
Informationen über unsere Organisationsform der Bürger-Solaranlagen wurden und werden weiterhin bundesweit angeboten.
Bürger-Solaranlagen in Gauting, Unterhaching und Hohenschäftlarn wurden bis zum Sommer gebaut . Weitere Anlagen werden in Unterhaching werden derzeit vorbereitet.
Als Teilnehmer der Aktion "Woche der Sonne" von RegioSolar hatten wir mehrfach Gelegenheit , auf unser Projekt aufmerksam zu machen und Kontakte aufzubauen, die dem Projekt nützen. Anlässlich der Münchner Solartage Anfang Mai bereicherten wir das Programm mit zwei Vorträgen.
Eugen Kuntze, Vorsitzender von ergon e.V.
- Klein- und mittelständische Unternehmen
- Politik / Öffentliche Hand
- Grundbesitzer / Hausverwaltung
- Sonstige
Erläuterungen:
Örtliche Initiativen, die ein geeignetes Dach haben und Bürger-Solaranlagen bauen wollen.Bürger, die sich an einer Solaranlage beteiligen wollen.
nein
- Bürger initiieren Nachhaltigkeit
- Eigenleistung
Projektträger und Projektbeteiligte
Projektträger
- ergon e.V. Verein für enkeltauglichen Energiegebrauch
Projektbeteiligte
- Vereine Energie Hadern e.V. und Würmtaler innovative Energien e.V.
- Örtliche Agenda-Gruppen
Laufend seit: 1. Oktober 2005
Voraussichtliches Projektende:
Herbst 2007
Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
- Süddeutsche Zeitung vom 22.9.05, Lokalseite, Örtliche Anzeigenblätter
- Tagungsbände 2005 und 2006 der RegioSolar-Konferenzen
- www.solarpark-muenchen.de
- demnächst:
www.unseregemeinsamesache.de
Projektebene / Trägerorganisation
Vorstand des VereinsHerr Eugen Kuntze
ergon e.V.
Waldsaumstr. 16
81377 München
Telefon: +49(0)89/713759
Telefax: +49(0)89/713759
E-mail: tzkuntze@t-online.de
WWW: www.solarpark-muenchen.de
21.09.2007
