Für immer mehr Sparwillige werden alternative Investments interessant: Nachhaltige Geldanlagen sind im Vorjahr spürbar gewachsen. Dabei fällt besonders ins Auge, dass immer weniger Vermögensverwalter auf Hersteller von Streumunition setzen. Während andere Branchen mitten in der Krise von Wachstumsraten überhaupt nur träumen können, sind grüne Geldanlagen im Jahre 2011 auf 63 Milliarden Euro gewachsen, wie der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) kürzlich mitteilte. Insbesondere Einlagen bei Banken, die ihren Fokus auf Nachhaltigkeit legen, erfreuen sich am Vertrauen ihrer Kunden.

Was sind alternative Investments?

Der FNG definiert jene Investments als nachhaltig, die einen ökologischen Zweck verfolgen oder Fonds, die die ökologischsten Unternehmen ihrer Branche listen („Best-in-Class“-Ansatz). Auch Firmen, die die Waffenproduktion ausschließen, gelten als nachhaltig. Schon seit Jahren wächst der Markt mit alternativen Investments stark, denn die Aktien und Fonds, die als grün und ökologisch beworben werden, weisen eine attraktive Rendite aus. Heißt: Nicht nur Anleger, die interessiert an Ökologie und Umwelt sind, investieren, sondern auch jene, die auf hohe Renditen aus sind.

Vermögensverwalter unter Druck

Vermögensverwalter orientieren sich beim Zusammenstellen der Fonds zunehmend an der öffentlichen Meinung: Dass auf Aktien von Herstellern von Streumunition verzichtet wird, ist dem Druck der Öffentlichkeit zu verdanken. Daraus folgend wird diesen Herstellern der Zugang zum Kapitalmarkt immer schwerer gemacht; der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber begrüßt diese Entwicklung. Auch Firmen, die sich dem Handel und der Produkt von Waffen widmen, finden weniger Akzeptanz. Anlagen, die die Klausel beinhalten, solche Firmen nicht zu listen, kommen mittlerweile auf ein Volumen von über 27 Milliarden Euro. Spekulationen mit Nahrungsmittelrohstoffen wurden in der Öffentlichkeit ebenfalls stark debattiert – nicht ohne Wirkung für den Investmentmarkt: Anlagen mit einem Volumen von ca. 18 Milliarden Euro schließen solche Firmen aus. Mit gut 9 Milliarden Euro werden Pornografie, mit 8,5 Milliarden Euro Tabak, mit rund 8 Milliarden Euro Glücksspiele, mit etwa 6 Milliarden Euro Atomkraft und mit knapp über 5 Milliarden Euro Tierversuche ausgeschlossen.

Warum steigen alternative Investments laut Bericht?

Dass alternative Investments seit Jahren im Steigflug sind, zeigen neben dem FNG-Bericht auch andere Studien und Quellen. Die Zahlen, die das FNG in ihrem Bericht schreibt, ist auch mit der FNG-Definition von „nachhaltig“ zu begründen. Es reicht, wenn die Investments eines der oben genannten Kriterien erfüllen. Der Anteil der Investitionen, die nach allen Regeln der Kunst tatsächlich als nachhaltig bezeichnet werden können, ist spürbar geringer. Hierzulande lag der Anteil dieser Investments im Jahr 2011 bei nur 4,5 Milliarden Euro. Nichtsdestotrotz stehen dem alternativen Investmentmarkt auch in den kommenden Jahren rosige Zeiten bevor: Der FNG geht von knapp 50 Prozent Wachstum in den nächsten drei Jahren aus. Der öffentliche Druck spiele dabei eine große Rolle, aber auch die institutionellen Anleger, die verstärkt auf nachhaltige Investments setzen würden.

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